Die Übung verbindet Epiktets Unterscheidung von Einfluss und Nicht-Einfluss mit Mark Aurels Haltung zum Geschehenen und der buddhistischen Beobachtung, dass Festhalten Schmerz verlängern kann.
Was du nicht ändern kannst akzeptieren: Eine Übung
Nimm dir morgens zehn ruhige Minuten und ein Blatt Papier.
Setz dich an einen Tisch, bevor du Nachrichten öffnest oder die nächste Aufgabe anfängst. Schreib oben den einen Umstand auf, gegen den du gerade innerlich kämpfst, etwa eine Trennung, eine Diagnose in der Familie, eine Entscheidung anderer oder einen Verlust. Bleib bei einem Thema, damit die Übung greifbar bleibt.
Zeichne zwei Spalten mit den Überschriften Bei mir und Außerhalb meiner Macht.
In die linke Spalte kommt nur, was du durch dein Handeln, deine Aufmerksamkeit oder deine Haltung beeinflussen kannst. In die rechte Spalte kommen vergangene Ereignisse, die Gefühle anderer Menschen, ihre Entscheidungen und Ergebnisse, die von vielen Umständen abhängen. Schreib langsam und ohne dich dafür zu tadeln, dass manche Dinge rechts stehen.
Prüfe jeden Punkt links mit einer einfachen Frage.
Frag dich: Was kann ich daran heute tatsächlich tun, auch wenn es klein ist? Ein Anruf, eine Grenze, ein Spaziergang vor dem schwierigen Gespräch oder eine Bewerbung abzuschicken sind konkrete Handlungen. Dass jemand dich versteht, gesund wird, zurückkommt oder zustimmt, gehört nicht auf diese Seite, auch wenn du es dir sehr wünschst.
Gib der rechten Spalte einen ehrlichen Namen.
Schreib über diese Spalte: Das ist geschehen, oder: Das liegt heute nicht bei mir. Du musst es weder gutheißen noch schönreden. Die Zeile soll dich daran erinnern, dass Widerstand gegen eine Tatsache viel Energie beanspruchen kann, ohne die Tatsache zu verändern.
Wähle aus der linken Spalte eine kleine Entscheidung für heute.
Formuliere sie so, dass du sie innerhalb eines Tages beginnen kannst: Ich höre zehn Minuten zu, bevor ich antworte. Ich räume die Unterlagen zusammen. Ich sage ab, was ich nicht tragen kann. Halte die Entscheidung klein genug, dass sie neben einem gewöhnlichen Arbeitstag, Kindern, Haushalt oder Erschöpfung möglich bleibt.
Kehre am Abend für drei Minuten zu deinem Blatt zurück.
Markiere, ob du deine kleine Entscheidung versucht hast, ohne daraus ein Urteil über deinen Wert zu machen. Ergänze gegebenenfalls einen Punkt, den du morgens falsch eingeordnet hattest. Dann leg das Blatt weg und nimm dir vor, denselben Umstand morgen neu zu prüfen, statt ihn die ganze Nacht im Kopf weiterzuverhandeln.